Herausforderungen für afrikanische Alumi einer deutschen Hochschule auf dem Binnenarbeitsmarkt

 

Forschung von: Ian Pasternak, Sophia Hoch und Nelly Hölter 

Einleitung 

“Deutschland bleibt weltweit einer der beliebtesten Studienorte für Ausländer” schrieb der SPIEGEL im Oktober 2020 (Der Spiegel 2020). Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Gute Universitäten mit großem Angebot englischer Kurse und Studiengänge, geringe Studiengebühren und bezahlbare Unterkünfte. Von den rund 320.000 (ebd.) im Wintersemester 2019/2020 an deutschen Universitäten und Hochschulen eingeschriebenen ausländischen Studentinnen und Studenten waren ca. 39.000 (Deutsche Welle 2020) afrikanischer Herkunft. Im Jahr 2014 lag Deutschland damit international auf Platz sechs der Zielländer afrikanischer Studentinnen und Studenten (World Education Services 2017). “Study in Germany, the land of ideas” sagt der erste Google-Treffer für die Suchbegriffe “studying in Germany”. Die Website heißt, passend dazu, www.study-in-germany.de/en/ – eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hier bekommt ein Interessent, der des Englischen mächtig ist, viele Informationen zur Thematik. Deren Komplexität wird schnell deutlich, wenn man sich zum Beispiel zu den FAQ – den häufig gestellten Fragen – “durchklickt”: Studieren im “Land der Ideen” bedeutet dann nämlich, sich mit einer nahezu unüberschaubaren Anzahl von Gesetzen, geltenden Rechtsnormen und möglichen Kombinationen der so gebotenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. 

Auch für die Zeit nach dem Studium gibt es genau festgelegte Regeln, die zum Beispiel im seit dem 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Aufenthaltsgesetz zu finden sind. Gleich nach erfolgreichem Abschluss beginnen Fristen, innerhalb derer eine Arbeit gefunden werden muss, die wiederum bestimmten Kriterien entsprechen sollte. Nach dem Studium verändert sich darüber hinaus auch der rechtliche Aufenthaltsstatus und die Alumni müssen in stetigem Kontakt mit Behörden stehen, allen voran der Ausländerbehörde (Interview 1, 2 und 3)

Allein aus dieser Betrachtungsweise heraus stellt die Zeit nach dem Studium eine Herausforderung für afrikanische Alumni dar. Dies wird insbesondere durch das bei Erfolglosigkeit der Arbeitssuche drohende Ablaufen der Aufenthaltsgenehmigung unterstrichen. Wie aber nehmen Betroffene diesen Prozess wahr? Sind die bürokratischen Hürden wirklich die größte Herausforderung für afrikanische Alumni nach dem Studium? Gibt es vielleicht Herausforderungen, denen unabhängig von Recht und Gesetz begegnet werden könnte?

Um diese Fragen zu beantworten, haben wir uns zunächst intensiv mit der Gesetzeslage beschäftigt. Zusätzlich führten wir mehrere Interviews mit afrikanischen Alumni, die im Anschluss ausgewertet werden. Unsere konkrete, ausformulierte Forschungsfrage lautet demnach: Mit welchen Herausforderungen sehen sich afrikanische Alumni einer deutschen Hochschule in der Zeit unmittelbar nach dem Studium konfrontiert?

 

Methoden

Um die individuellen Erfahrungen von afrikanischen Absolventinnen bezüglich ihres Einstiegs in den deutschen Arbeitsmarkt zu erfahren und daraus Rückschlüsse auf grundlegende Herausforderungen zu schließen, haben wir grob strukturierte Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Ausarbeitung und Zugrundelegung eines Leitfadens ermöglichte eine strukturierte Durchführung der Gespräche (Kaiser 2014). Zudem konnte somit sichergestellt werden, dass keine Fragen vergessen wurden. Da es sich bei der Forschungsthematik um sensible und persönliche Inhalte handelt, haben wir die Fragen möglichst offen und neutral gestellt. Außerdem wurde den Interviewpartner:innen stets die Möglichkeit gegeben, auszureden. Damit wurde den Gesprächspartner:innen Raum gegeben, ihre individuellen Erfahrungen in dem Umfang darzulegen, den sie selbst für angemessen erachten. Die Offenheit der Fragen hat darüber hinaus den Raum für neue, im Vorhinein nicht beachtete Aspekte und Erkenntnisse, geschaffen (ebd.). 

Bei der Auswahl der Interviewpartner:innen haben wir uns auf Absolvent:innen der Universität Bayreuth beschränkt, damit die Erfahrungen der Personen unter möglichst ähnlichen Rahmenbedingungen gemacht wurden. Ihre Aussagen lassen sich somit bestmöglich miteinander in Verbindung setzen. Ebenfalls wurde darauf geachtet, möglichst Stimmen aus unterschiedlichen Fachbereichen zu Wort kommen zu lassen. 

Zwei der Interviews wurden online über die Plattform Zoom geführt, eins bei einem persönlichen Treffen. Nach eindeutigem Einverständnis wurden die Gespräche aufgezeichnet, um sie im Nachhinein bestmöglich analysieren zu können. Für jedes Interview wurde im Anschluss ein Protokoll erstellt, welches die wichtigsten Kernaussagen zusammenfasst. Im Zuge der Analyse wurden die Protokolle induktiv (aus dem Material heraus) kodiert (Mayring 2015). Aus dieser Vorgehensweise sind die drei im folgenden Analyse-Kapitel in Unterkapitel gegliederten Themenkomplexe hervorgegangen. 

Analyse

Während der Interviews sprachen die Absolvent:innen mit uns über eine Vielzahl an Erfahrungen, die sie vor, während und nach ihrem Studium gemacht haben. Entsprechend der Forschung lag unser Interesse hauptsächlich auf den Hindernissen und Problemkomplexen, von denen berichtet wurde. Auch innerhalb dieser negativen Erfahrungen bot sich ein breites Themenspektrum. Um die verschiedenen Problemstellungen besser erfassen zu können, haben wir versucht, diese in drei Kategorien zu unterteilen, in welche sich jede Erfahrung problemlos einordnen lässt. Diese lauten: Sprachliche Herausforderungen, rechtliche Herausforderungen und berufliche Herausforderungen.

 

Rechtliche Herausforderungen

Nahezu alle rechtlichen Belange hinsichtlich des Aufenthalts von Ausländern in Deutschland sind im Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz – AufenthG) geregelt. Darunter fallen auch jegliche Bestimmungen zum Studium und der Arbeitsplatzsuche nach dem Studium. Paragraph 16 des Gesetzes führt zunächst aus, warum Deutschland Ausländern den Aufenthalt zum Zweck der Ausbildung gewährt. Von „internationale[r] Verständigung“ und „Entwicklung“ ist die Rede, aber auch vom „Bedarf des deutschen Arbeitsmarktes an Fachkräften“ und den „Interessen der öffentlichen Sicherheit“ (§16 AufenthG). 

Paragraph 16 des Aufenthaltsgesetzes regelt die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis explizit zum Zweck des Studiums, erwähnt die Phase nach dem Studium jedoch nicht. Sie wird stattdessen in Paragraph 20 dargelegt, der im Allgemeinen die Bestimmungen für die Arbeitsplatzsuche von Fachkräften regelt. Obwohl Absatz 2 zunächst ausführt, dass „einer Fachkraft mit akademischer Ausbildung […] eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu sechs Monate zur Suche nach einem Arbeitsplatz, zu dessen Ausübung ihre Qualifikation befähigt, erteilt werden [kann], wird dies in Absatz 3 anscheinend konkretisiert: Bei erworbenem Abschluss „im Bundesgebiet“ wird einem Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis für bis zu 18 Monate erteilt (§20 III Nr. 1 AufenthG). Absatz 4 des Paragraphs setzt darüber hinaus eine „Lebensunterhaltssicherung“ für die Gewährung der Aufenthaltserlaubnis voraus.

Paragraph 16 und 20 des Aufenthaltsgesetzes regeln somit die rechtlichen Bestimmungen während und unmittelbar nach dem Studium. Welche Herausforderungen für ausländische Student:innen bringt die Rechtsordnung mit sich?

Unsere Interviewpartner:innen waren übereinstimmend der Meinung, dass allein das Verständnis der Gesetzestexte eine große Herausforderung darstellt. Zunächst geht es dabei schlichtweg um Informationen: Es sei nicht klar, an wen man sich bei Fragen zur Rechtsordnung wenden solle. Im schlimmsten Falle verhalten sich Student:innen aufgrund von Unwissenheit sogar gesetzeswidrig – zum Beispiel bei der Arbeitssuche parallel zum Studium (Interview 1). Auch dieser Aspekt wird vom Gesetzgeber genauestens geregelt, aber auch hier stellt sich das gleiche Problem ein: Wie, inmitten der komplexen und von diversen Ausnahmefällen durchzogenen Rechtsordnung herausfinden, was genau erlaubt ist? 

Eine der logischen Anlaufstellen dafür ist das Internet, das auch wir als Forschungsgruppe nutzten, um die rechtliche Situation der Alumni zu verstehen. Schnell wurden auch wir uns der Komplexität des Themas bewusst, da zur Beantwortung vermeintlich einfacher Fragen die Lektüre mehrerer, umfangreicher Internetseiten und Texte notwendig wurde. Erschwerend kommt hinzu, dass Gesetze vom Gesetzgeber regelmäßig geändert werden können. Dies wird zum Problem, wenn bestimmte Texte die Paragraphen eines Gesetzes zitieren, die in seiner aktuellen Fassung so nicht mehr existieren (siehe Beispiel 1: In Satz 2 wird auf §16 V AufenthG verwiesen, dieser existiert in der neuesten Fassung nicht mehr – Stand: k.A., zuletzt abgerufen am 11.10.2021; oder Beispiel 2: Auch diese Internetseite, die sich explizit mit Migrationsrecht beschäftigt, verweist auf eine alte Fassung des AufenthG – Stand: 11.10.2016, zuletzt abgerufen am 11.10.2021).

Obwohl einer der Interviewpartner sehr gute Kenntnisse des Aufenthaltsgesetzes besaß, gab auch er an, dass er zum Verständnis der Regelungen mit befreundeten Jurist:innen sprechen musste. Allerdings könnte neben den Formulierungen selbst auch der Inhalt der Gesetze eine Herausforderung darstellen, so zum Beispiel die in Paragraph 20 des Aufenthaltsgesetzes angegebenen Fristen. Unsere Interviewpartner:innen äußerten sich demgegenüber jedoch positiv: Eine Frist von 18 Monaten sei eine lange Zeit, um einen Arbeitsplatz zu finden (Interview 1 und 2). Um die Aufenthaltserlaubnis für diese 18 Monate zu bekommen, muss allerdings ein Nachweis über die “Lebensunterhaltssicherung” (§20 IV AufenthG) erfolgen. Ausgelegt wird dies dahingehend, dass sowohl Lebensunterhalt als auch Krankenversicherungsbeiträge aus eigenen finanziellen Mitteln bewältigt werden können. Dazu ist, während der Arbeitssuche, die Ausübung sogenannter Mini-Jobs gestattet. Nichtsdestotrotz berichtete eine/r der Interviewpartner:innen von der Sorge, die Bedingungen zur Lebensunterhaltssicherung nicht erfüllen zu können und deshalb keinen Aufenthaltstitel zu erlangen (Interview 3). 

Weiterhin regelt das Gesetz aber auch die Art der Arbeitsstelle. Die Formulierung „[Einem Ausländer wird], zur Suche nach einem ein Arbeitsplatz, zu dessen Ausübung seine Qualifikation befähigt […]“ (§20 III AufenthG) impliziert zunächst, dass der Person eine Aufenthaltserlaubnis nur erteilt wird, wenn ihre Qualifikationen den Ansprüchen der Arbeitsstelle genügen. Ausgelegt wird dieser Umstand laut unserer Interviewpartner:innen jedoch dahingehend, dass die Arbeitsstelle der Richtung des Studiengangs entsprechen muss (Interview 1, 2 und 3) – eine beträchtliche Einschränkung bei der Arbeitsplatzsuche. Die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen ist dabei gewöhnlich abhängig vom Berufsfeld. Ist die Nachfrage nach Arbeitskraft groß, so sollte es kein Problem darstellen, einen Arbeitsplatz zu finden, der dem Studiengang entspricht (Interview 2 und 3). Schwieriger wird es jedoch zum Beispiel im Bereich des Sozialen, der Sprachen oder der Kunst. Absolvent:innen dieser Fächer sehen sich von den Beschränkungen des Gesetzgebers vor eine Herausforderung gestellt.

Sehr klar lässt sich hier also erkennen, dass Gesetzestexte und die daraus folgenden Regelungen eine große Herausforderung für ausländische Alumni darstellen. Dabei geht es sowohl um die Formulierung der Gesetze, als auch um ihren Inhalt. Selbst für Muttersprachler:innen ist die enorme Vielfalt und teilweise äußerst abstrakte Formulierung der Gesetze nur schwer verständlich. Umso wichtiger erscheint eine offizielle Anlaufstelle für ausländische Student:innen, die Informationen bündelt und in einfacher Sprache weitergibt.

 

Nicht-rechtliche Herausforderungen 

Die Deutschkenntnisse der interviewten afrikanischen Alumni variierten stark zwischen fließend und nahezu nicht vorhanden. Dennoch wurde von allen einstimmig das Beherrschen der deutschen Sprache als eine der Herausforderungen des erfolgreichen Einstiegs in den Arbeitsmarkt identifiziert. Besonders hoch sei diese, wenn das Studium, wenn auch nur in Teilen, in englischer Sprache abgehalten wurde (Interview 1). 

Von der Universität Bayreuth werden durchaus Deutschkurse angeboten. Allerdings geht das tiefgehende Lernen der Sprache mit viel zeitlichem Aufwand einher. Dies wurde von einem der Interviewpartner:innen als nicht kompatibel mit dem zeitaufwändigen Studium herausgestellt (Interview 2). Besonders schwierig sei dies, wenn für den späteren Einstieg ins Berufsleben gute Noten ausschlaggebend sind (Interview 2). 

Die Sprache als Barriere manifestiert sich in unterschiedlicher Form. Unter anderem stellt die Beherrschung der deutschen Sprache eine häufige Einstellungsbedingung dar (Frintrup 2018). Aufgrund einer oft vorzufindenden Vorgabe wie „Deutsch als Muttersprache“ werden zudem viele Bewerber:innen, unabhängig ihres tatsächlichen Sprachlevels, diskriminiert (Walwei 2016). Darüber hinaus äußert sich die Sprachbarriere in der Vertrags- und Dokumentensprache (Walwei 2016). Da der Großteil der offiziellen Dokumente ausschließlich auf deutscher Sprache vorliegt, sind diese für einige afrikanische Almuni nicht in ihrer Gesamtheit zu verstehen.

So wurde durch die Interviews, die in der wissenschaftlichen Literatur bereits identifizierte Sprachbarriere für die Arbeitsmarktintegration durch individuelle Erfahrungen bestätigt.  

Auch die Bundesagentur für Arbeit (BfA) und die Ausländerbehörde spielen bei der Integration in den Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle. So müssen alle ausländischen Absolvent:innen die Ausländerbehörde stets über den aktuellen Status ihres Studiums, sowie über jede berufliche Entwicklung nach dem Studienabschluss informieren (Interview 1). Die Ausländerbehörde ist für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis und deren Verlängerung verantwortlich.

Nach dem Studienabschluss empfiehlt es sich, sich bei der BfA als arbeitssuchend zu melden. So berichtet eine der Interviewpartner:innen von regelmäßigen Telefongesprächen mit Mitarbeiter:innen des BfA bezüglich Entwicklungen in ihrem Bewerbungsprozess, welche sie als äußert hilfreich einstuft (Interview 3). Allerdings finden diese Gespräch meist auf deutsch statt, was wiederum für einige ausländische Absolvent:innen mit mangelnden Deutschkenntnissen eine Herausforderung darstellt (Interview 2). 

Eine Jobzusage muss dann wiederum vorerst der Ausländerbehörde gemeldet werden. Diese übermittelt die Unterlage an die BfA. Erst nach einer Zusage der BfA kann die Ausländerbehörde die Arbeitserlaubnis erteilen. Diese ist dann für die ersten zwei Jahre allerdings an den Arbeitgeber gekoppelt (Interview 1).

Als besonders auffällig stellte sich in den Interviews heraus, dass alle Interviewpartner:innen die Wahrnehmung teilen, dass die Ausländerbehörde in Bayreuth deutlich strenger und weniger kooperativ ist als in anderen deutschen Städten. Zwei der interviewten Absolvent:innen der Uni Bayreuth wohnen mittlerweile nicht mehr in Bayreuth. Da sich die ausländischen Alumni nach einem Ortswechsel unmittelbar bei der lokalen Ausländerbehörde melden müssen haben sie somit den direkten Vergleich zu der Ausländerbehörde in Bayreuth. Einer der Interviewpartner:innen berichtete beispielsweise, dass man in Berlin das Gefühl habe als Teil des Systems gesehen zu werden, wohingegen man in Bayreuth eher gefragt werden, wann man vorhabe wieder zu gehen (Interview 2). 

Damit wird deutlich, dass die Herausforderungen beim Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt  für ausländische Alumni über die rechtlichen Rahmenbedingungen hinausgehen.  

 

Fazit

Die Zeit nach dem Studium ist wahrscheinlich für jede Person eine Herausforderung. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, der sich vielleicht sehr vom Studium unterscheiden wird. Niemand aber ist einer solchen Vielzahl rechtlicher Bestimmungen unterworfen, wie ausländische Student:innen. Diese Bestimmungen reichen dabei von Fristen über bestimmte Nachweise bis hin zu Beschränkungen hinsichtlich der Arbeitsplatzwahl. Die Herausforderungen finden sich jedoch nicht nur im Inhalt des Gesetzes, sondern vor allem im deutschen Charakter der Kodifizierung von Regeln: Juristische Ausdrucksweisen, Formulierungen und Verweise zwischen verschiedenen Gesetzestexten in Kombination mit einer Vielzahl von Regeln und Ausnahmeregelungen setzen zum Verständnis der Thematik nicht nur sprachliche Kenntnisse voraus, sondern auch juristische. Neben den rechtlichen Herausforderungen gibt es jedoch auch weitere Faktoren, die in der Zeit unmittelbar nach dem Studium zu Herausforderungen werden können. Hervorzuheben ist auch hier nochmals die deutsche Sprache, nicht in Bezug auf das Verständnis von Rechtstexten, sondern hinsichtlich ihrer Voraussetzung zum Erreichen verschiedener Ziele: Der Antritt eines Arbeitsplatzes, aber auch ein gelungenes Vorstellungsgespräch sowie das Verstehen gewisser Informationen sind von den deutschen Sprachkenntnissen abhängig. 

Vielen dieser Herausforderungen ließe sich mit einem gut zugänglichen, leicht zu findenden und mehrsprachigem Informationsangebot begegnen. Eine Empfehlung unsererseits für das “Land der Ideen” wäre folglich eine Bündelung von Informationen in der beschriebenen Art. Damit würde Deutschland auch seinem in Paragraph 16 des Aufenthaltsgesetzes beschriebenen Anspruch der “internationalen Verständigung” gerechter werden.

 

Quellen

Der Spiegel (2020): Internationale Studenten zieht es nach Deutschland. https://www.spiegel.de/panorama/bildung/deutschland-bei-internationalen-studierenden-beliebt-ranking-des-daad-a-8ac7ae25-c40f-4cd2-84a0-df809ae630ba, Stand: 28.10.2020, zuletzt abgerufen am 12.10.2021.

Deutsche Welle (2020): Afrikanische Studierende: Ein neues Semester Corona. https://www.dw.com/de/afrikanische-studierende-ein-neues-semester-corona/a-55812907, Stand: 05.12.2020, zuletzt abgerufen am 12.10.2021.

Frintrup, A. (2018): Berufliche Integration von Flüchtlingen und Migranten. Psychologische Kompetenzanalyse, rechtliche Rahmenbedingungen, Prozessgestaltung & Praxisbeispiele. Berlin, Germany: Springer.

Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (Aufenthaltsgesetz – AufenthG), Fassung vom 09.12.2020.

Interview 1: Gespräch mit einem Absolventen des Masters Sprache – Interaktion – Kultur an der Universität Bayreuth, 21.07.2021.

Interview 2: Gespräch mit einem Absolventen des Masters Economics an der Universität Bayreuth, 01.08.2021.

Interview 3: Gespräch mit einer Absolventin des Masters African Verbal and Visual Arts an der Universität Bayreuth, 31.07.2021.

Kaiser, R. (2014) Qualitative Experteninterviews – Konzeptionelle Grundlagen und praktische Durchführung. Siegen: Springer.

Mayring, P. (2015) Qualitative Inhaltsanalyse – Grundlagen und Techniken. 12. Aufl. Weinheim und Basel: Beltz.

Walwei, U. (2016): Flucht und Migration: Herausforderung für Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarktpolitik. In: Arbeit 25 (3-4), S. 169–194.

World Education Services (2017): Volume and Growth of Student Enrollments from Africa. https://wenr.wes.org/2017/03/african-student-mobility-insights-and-recommendation-for-u-s-heis, Stand: 2017, zuletzt abgerufen am 12.10.2021.