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Colorado River – Ein Flusslauf zwischen Naturraum und politischem Gezerre 

Der Colorado River entspringt in den Rocky Mountains, fließt durch sieben Staaten, über die Grenze nach Mexico und mündet schließlich im Golf von Kalifornien. Er gilt als Lebensader des Südwestens (vgl. HUNDLEY 2019: V), denn etwa 36 Millionen Menschen sind vom Fluss abhängig. Durch viele Dämme wird Energie gewonnen und das Wasser des Flusses wird vor allem für die umliegende Landwirtschaft genutzt. Der Colorado River ist der bedeutendste Fluss für die Landwirtschaft der USA, er speist eine Fläche von circa 632.000 km2 mit Wasser (vgl. HUNDLEY 2019: V). Seit dem Jahr 2000 sinkt der Wasserstand des Flusses jedoch rapide ab, was zu großen Problemen bei der Wasser- und Energieversorgung führt. Das Wasser des Flusses wird durch verstrickte politische Abkommen wie dem Colorado River Compact von 1922 verteilt, der jedoch veraltet scheint. So führt die steigende Wasserknappheit dazu, dass südlich der mexikanisch-amerikanischen Grenze kein Wasser mehr im Flusslauf des Colorado Rivers fließt. Ein Zusammenspiel aus falscher Einschätzung der Menge des Flusswassers, Vernachlässigung der Bedürfnisse von Mexiko, Unterschätzung der Populationsentwicklung und die immer wärmeren Tempertaturen im Südwesten der USA, führen dazu, dass der Colorado River Compact, so wie er 1922 in Santa Fe, New Mexiko verfasst worden ist, heute nicht mehr zeitgemäß ist. Der Colorado River Compact wurde aufgesetzt, um Streitigkeiten zwischen den Bundesstaaten zu beseitigen und die Wasserversorgung zu sichern (vgl. COLORADO RIVER COMPACT 1922). Mittlerweile führt das gesamte Colorado River Delta kein Wasser mehr und stellt die umliegende Wüstenregion vor große Herausforderungen. Die laut Abkommen erbauten, offenliegenden Kanäle in dieser Region führen zwar noch Wasser, sind jedoch von hoher Verdunstung betroffen (vgl. PROJECT MUSE 2013, 3ff).